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24 November 2019

Mutters Rückkehr ins Remigrantenland

Es ist ein aktuelles Thema derzeit in Litauen: die Diskussion um die vielen Arbeits-migrant/innen, die auf der Suche nach angemessen bezahlten Jobs zeitweilig oder längerfristig in anderen EU-Ländern leben. Gerade aus Anlaß verschiedener Jahrestage - ob 30 Jahre "Baltischer Weg", oder "30 Jahre Mauerfall" - fühlen sich viele Litauerinnen und Litauer erinnert an die eigentlichen Ziele, die einmal für das eigene Land erträumt wurden. Viele würden es gerne sehen, wenn der Trend umgekehrt werden könnten und die Auswanderer "remigrieren" würden - zurück in die Heimat. Der litauische Regisseur Tomas Vengris versetzt uns mit seinem neuen Film "Motherland" (Gimtinė) in eine ebensolche Situation: allerdings als ein Rückblick auf das Jahr 1992.

Basis dieser Geschichte ist Viktorija (Severija Janušauskaitė), die 20 Jahre zuvor Litauen verlassen hatte und in die USA ging. Nun kehrt sie zusammen mit Kovas (Matas Metlevski), ihrem 12-jährigen Sohn, nach Litauen zurück. Zu Anfang des Films passiert in etwa das, was erwartbar ist: Ankunft am Flughafen Vilnius, Treffen mit Verwandten, Fahrten aufs Land. Der Film macht sich aber vor allem die Sichtweise von Kovas zu eigen: er scheint auf der Schwelle zu stehen zwischen Befolgung dessen, was seine Mutter gerne will, und der Suche nach der eigenen Identität. Mit fast ungläubigem Staunen nimmt er die schier unübersehbare Vielzahl angeblicher Verwandter wahr, und nimmt es gleichmütig hin, dass ihm die gleichaltrigen jungen Litauerinnen und Litauer die US-Kaugummis fast aus der Hand reißen.

Wie so oft in Filmen, in denen Audrius Kemežys für die Kameraführung verantwortlich zeichnet, ist es der Fokus für Details am Rande, feine, detaillierte Beobachtungen, die im Verlauf langsam den Zuschauern einen roten Faden anbieten. "Aha, die Ameriker sind da!", ruft einer der wieder entdeckten Verwandten angesichts des Besuchs aus der Ferne aus. Zunehmend verschiebt sich der Blickwinkel zugunsten von Kovas - während seine Mutter immer mal wieder telefonieren muss und klar wird: sie ist frisch geschieden und sucht hier im gerade unabhängig gewordenen Litauen auch einen persönlichen Neuanfang.

1992 ist der Gegensatz Ost-West noch groß und spürbar. Den "Wessis" scheinen dabei die Gesetzmäßigkeiten des litauischen Dorflebens, die Beziehungen der Menschen untereinander als ziemlich undurchschaubar. Dabei existieren keinerlei sprachliche Barrieren: auch Kovas spricht fließend Litauisch, aber seine Zurückhaltung bezieht sich auch daraus, dass er den wirklichen Absichten seiner Mutter erst auf die Spur kommen muss. Was will sie von Romas (Darius Gumauskas), der offenbar so etwas wie eine "Jugendliebe" der Mutter ist? Romas bietet Hilfe an bei den Versuchen, den alten Hof wiederzubekommen, der enteignet wurde als die (Groß-)Eltern abgeholt und ins Arbeitslager nach Sibirien gezwungen wurden. Die realen Verhältnisse, 20 Jahre nach der Emigration Richtung USA, erweisen sich als schwierig: die stark renovierungsbedürftigen Gebäude werden überraschend von einer verarmten russischen Familie bewohnt, die alles andere als gewillt scheint, ihren bisher wohl eher unauffälligen Wohnsitz so einfach aufzugeben.

Viktorija will jedoch nicht aufgeben und auch Romas scheint fest entschlossen, den Besitz zurückzufordern. Für Kovas indessen rückt Romas Tochter Marija (Barbora Bareikytė) in das Blickfeld. Während die erotischen Anbändeleien seiner Mutter und der schier allgegenwärtige Alkoholzuspruch ihn eher langweilen, lernt er von Marija zunächst mal was es bedeutet, sich in dieser engen, konservativen Wagenburg des litauischen Landlebens zu behaupten. Am Schluß wird deutlich, dass die allgemein menschlichen Attribute viel mehr weiterhelfen als die scheinbaren Vorteile der Wessis oder die sture Widerspenstigkeit der Dörfler.

Regisseur Tomas Vengris kann auf eigene Erfahrungen zurückblicken bei der Auswahl seines Filmthemas: er wuchs in Washington als Sohn litauischer Einwanderer auf und kam tatsächlich mit seiner Mutter Virginija Vengrienė und seiner Schwester Indre im Alter von 7 Jahren 1992 erstmals nach Litauen (moteris.lt). Vengrienė, langjährige Aktivistin der Litauischen Gemeinschaft in den USA und Mitarbeiterin bei "Voice of America", bekam 2018 aus den Händen des litauischen Außenministers einen Preis als Anerkennung für ihr Lebenswerk überreicht ("Global Lithuanian Award" - delfi). Die Filmgeschichte hat also nicht nur einen realen Hintergrund - sondern ist auch verbunden mit Personen, die in Litauen inzwischen fast jeder kennt; auch Tomas' ältere Schwester Indre, erfolgreiche Tänzerin und Modemacherin, die in die Rockefeller-Familie einheiratete (žmonės).
Im Pressegespräch erzählt Tomas Vingris von wichtigen Begegnungen auf der Berlinale 2015, als er seinen Kurzfilm "Squirrel" präsentieren konnte. "Dort habe ich auch die litauische Produzentin Uljana Kim kennengelernt", verrät er (Draugas).

Auf einen hohen Bekanntheitsgrad in Deutschland kann Hauptdarstellerin Severija Janušauskaitė bereits aufbauen - es muss nur an die Serie "Babylon Berlin" erinnert werden, wo sie als russische Doppelagentin glänzte und sogar einen Auftritt mit dem Song "Zu Asche, zu Staub" hatte (siehe Interview). Fans von Sverija wissen längst, dass sie bald auch wieder mit dem Moka Efti Orchester auf Deutschlandtour gehen wird.

Filmsohn Matas Medlevski (Kovas) dagegen konzentriert sich eher aufs litauische Publikum, wenn er im Interview bekennt "Ich liebe Litauen mehr als Amerika" (Respublika). Aufgewachsen ist der Film-Newcomer tatsächlich in den USA: in Manhattan, Kansas. Jemand wie ihn hatte Vengris offenbar gezielt unter den Mitgliedern der Litauischen Gemeinschaften in den USA gesucht.

Eine meiner Lieblings-szenen im Film: Mutter und Sohn sitzen inmitten den Resten einer sowjetlitauischen Kirmesanlage. Es ist wiederum der Kamerablick, der stets in großer Nähe zu den Darstellern bleibt, auch in diesem Moment, in dem die beiden Neu-Litauer fast wie abgeworfen wirken vom schnell sich drehenden litauischen Schicksalskarussel. Der Mutter wird klar, dass ihre Träume ohne eine kräftige Finanzspritze von Seiten ihres Ex-Ehemannes wohl keine großen Chancen haben, sie beginnt aber wahrzunehmen, dass ihr Sohn ganz eigene Erfahrungen im Heimatland der Mutter macht, dabei der Kontakt zwischen den beiden aber nicht verlorengeht.

Es gibt auch noch eine weitere super Szene - aber die hat mit dem Ende des Films zu tun, mit beiden jungen Leuten, und die möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten - ein Argument jedenfalls, dass der Film es schafft bis zum Ende Spannung zu erzeugen auch daraus, dass die Zuschauer die Mechanismen des allzu litauischen Beziehungsgeflechts langsam kennenzulernen beginnen - stabiles gegenseitiges Vertrauen den Turbulenzen zwischen dem zusamenbrechenden Sowjetsystem und aufblühenden Illusionen der frisch kapitalisierten Litauerwelt zu trotzen vermag. Selbst inmitten der schnellen Veränderungen von Gesellschaft und Staat im Jahre 1992 offenbaren sich Konstanten: am Ende bleibt die Liebe plus ein Stück Wagemut und menschlicher Wärme.

Tomas Vengris mit seiner Produzentin Uljana Kim
(als Preisträger des "
Eurimages Co-Production
Development Award")
Einen Teil seiner Qualität gewinnt der Film durch die Kamera von Audrius Kemežys, einem der besten Kameraleute Litauens, der es hier schafft immer sehr nahe an den Akteuren zu sein und so beim Zuschauer eine Verbundenheit zum Geschehen zu erzeugen. Ob durch halb geschlossene Türen, vorbei am Vorhang am Fenster, oder inmitten eines Pulks von Menschen, die zwar als miteinander verwandt angekündigt werden, aber doch sehr unterschiedliche Eigeninteressen vertreten. - Leider verstarb Kemežys, vierfachter Träger des Litauischen Kamerapreises, im Februar 2018 kurz nach Fertigstellung des Filmes.

"Motherland" ist eine Produktion unter Beteiligung von in vier Ländern: das Studio "Uljana Kim" in Litauen, "Locomotive Productions" in Lettland, Faliro House aus Griechenland und "Heimathafen Film" aus Deutschland. Das Projekt wurde unterstützt vom Litauischen Filmzentrum mit 360.000 Euro und vom Nationalen Filmzentrum Lettlands mit 60.000 Euro. Dazu kommen 130.000 Euro von Eurimages (der Kulturstiftung des Europarats) und einer Unterstützung für die Projektentwicklung vom "Creative Europe Programme - Media". (20.000 Euro). Im Verleih bei Alphaviolet (Trailer).

14 Mai 2018

Litauisch Oberhausen

Die diesjährigen 64.Kurzfilmtage Oberhausen haben mit der Vergabe des Großen Preises der Stadt Oberhausen einen Filmemacher aus Litauen geehrt: Deimantas Narkevičius.Ein Name, der in Deutschland wohl in Kunstkreisen und unter Kulturschaffenden - aber nicht so sehr in allgemeinen Öffentlichkeit bekannt ist.

Narkevičius, geboren 1964 in Utena, studierte zunächst Bildhauerei an der Kunstakademie Vilnius. 1992/93 verbrachte er ein Jahr in London. Nach seiner Rückkehr begann er Gespräche mit Künstler/innen aufzuzeichnen - das narrative Element hat er sich in seinen Filmen erhalten, wie etwa in "The role of Lifetime".
Heute gilt Narkevičius als einer der international bekanntesten und anerkanntesten Künstler Litauens. 2001 repräsentierte er sein Heimatland bei der Bienale von Venedig, und auch 2003 war er in Venedig präsent. Seine Ausstellungsprojekte erstrecken sich über die ganze Welt: über London, Paris oder Brüssel bis nach Melbourne.

In seinen Filmen versucht er stets ein Thema aus der Geschichte aufzugreifen. Hier scheut er auch nicht vor schwierigen Themen zurück, die in er litauischen Gesellschaft kontrovers diskutiert werden, wie zum Beispiel die jüdische Vergangenheit und der Holocaust in Vilnius, oder die Schwierigkeiten von Homosexuellen im Alltag.

In einem Interview bezeichnete er Ferneh-Dokumentationen der 70iger Jahre als bevorzugtes Arbeitsmaterial: "Die Interviews wurden damals meist mit 16mm-Kameras gemacht, dann wurden sie geschnitten und noch am selben Abend verwendet - es geschah also oft in ziemlicher Hektik. So musste zu einem gewissen Maß auch experimentiert werden. Diese Filme wurden durchgesehen und gesendet, sie schufen interessante Möglichkeiten um Film zu nutzen. Ich habe darüber erst sehr viel später nachgedacht." 
aus: "Manifesta 10" (Sad songs of war)

Eine andere Aussage von Narkevičius ist, dass seine Filme auch als "Ausweitung seiner Skulpturen" angesehen werden können. "Für Manifesta2 habe ich auch Filmmaterial benutzt", sagt er. "Und der Prozess, eine Skulptur zu schaffen, ist bei mir auch ähnlich wie das Arbeiten mit Film." So wundert es auch nicht, dass sowohl die Riesenbüste von Karl Marx im heutigen Chemnitz (zu DDR-Zeiten=Karl-Marx-Stadt) bei Narkevičius Thema sind, wie auch die ehemals ganz Litauen dominierenden Lenin-Skulpturen (heute versammelt im "Grūto Parkas" zu sehen), oder der Abbau der letzten Sowjetmonumente von der "Grünen Brücke" in Vilnius. Dabei kann Narkevičius mit diesen Statuen ganz anders umgehen, wie er es als Bildhauer könnte: "gewöhnlich sind diese Figuren ja nicht dafür geschaffen worden, damit sie in dem Moment betrachtet werden wie sie aufgestellt oder wieder abgebaut werden."

Hat Narkevičius Vorbilder? Beeindrucked habe ihn die Persönlichkeit von Werner Herzog: "Ich war beeindruckt von seiner Persönlichkeit", erzählt er. Auch sein Film "Revisiting Solaris" ist einem Filmmacher und einem Visionär gewidmet: Adrejs Tarkowski und Stanisław Lem, dazu werden Landschaftsmotive von Mikalojus Konstantinas Čiurlionis genutzt.
Inzwischen, nach all seinen internationalen Erfolgen, wird Deimantas Narkevičius wohl selbst schon zum Vorbild für viele jüngere Künster/innen geworden sein.

Interview mit Deimantas Narkevičius   / Forum der Berlinale 2012

Deimantas Narkevicius - The Role of a Lifetime    / The arrow of time

Deimantas Narkevicius in Münster     / Head (Der Kopf)

Baltic Bites   / Kurzfilmtage Oberhausen  /  Lo Schermo Dell’Arte Film Festival (Interview)

Into the Unknown   /   Manifesta 10    / Ausgeträumt

16 Mai 2015

Umgeleitet - ohne Frack

Litauen in deutschen Kinos? Seit zirka einer Woche ist das der Fall. Da aber die Thematik nicht im Vordergrund der Filmwerbung steht, und auch ein Dreh in Litauen ("Originalschauplätze") wohl nicht als Attraktion für deutsche Kinobesucher zu gebrauchen ist, muss der Litauen-Liebhaber ein wenig Glück haben beim Kinobesuch, um diesen Film wirklich zu Gesicht zu bekommen (oder den Film schon in Litauen gesehen haben, wo er angeblich ein Erfolg war).

Kennen Sie litauische Flüche? "What the fuck" habe ich persönlich noch von keinem Litauer gehört - allerdings klärt "Lingvopedia" (ja, das gibt es auch!) uns auf: "Wenn Litauer das Bedürfnis haben zu fluchen, dann benutzen sie entweder russische oder englische Schimpfwörter."
Nun ja, auf dem Filmplakat wird versucht, das letzte Wort des Titels hervorzuheben: "Redirected?" Ja, deutsche Kinobesucher sollten vielleicht etwas "anglophil" sein, um diesen Film zu ergründen.

Vier Bachelors auf Irrfahrt: "umgeleitet" nach Litauen
Ein Titel wie "Umgeleitet?" hätte sicher noch weniger vielversprechend geklungen. In Litauen hatten bislang 300.000 Kinobesucher bereits seit Anfang 2014 das Vergnügen, in Großbritannien lief der Film Ende 2014 an. In Litauen war damit "Redirected" erfolgreicher als das Historienepos "Tadas Blinda".

Aus litauischer Sicht beginnt die Filmhandlung mit Typen, so wie sie in Litauen von den zügellosen Junggesellenparties britischer Touristen bekannt sind: brachial, nervös, roh, laut. Wer ständiges gegenseitiges Beschimpfen nicht mag, für den ist dies kein Film. "Eine Mischung aus gewalttätigen Männern, glücklosen Kriminellen, sexy Girls, Slapstick-Humor und Pyrotechnik", so beschreibt es "The Hollywood Reporter" ziemlich zutreffend.
Vytautas Šapranauskas in seiner
letzten Filmrolle
Slapstick und Komik wird üppig geliefert, aber das Drehbuch ordnet die Geschehnisse so, als ob es Witz und Situationskomik selbst nicht vertraut: von Anfang an zwingt der Film sich ein rasendes Tempo auf, im Hintergrund drohen immer wieder dunkle, rauchige Männerstimmen den nächsten Gewaltakt an, während die vier "Helden" nach einem vermeintlichen großen Coup und verhinderter rechtzeitiger Flucht ratlos und blutend durch Litauen irren. Nein, ein Urlaubsziel ist dieses Litauen nicht: die Polizei korrupt, die Taxifahrer hinterhältig. Selbst die Priester agieren hier gegen jede Sittenregel, die Prostitiuierten nehmen die Ausländer aus, und selbst das Kleingewerbe auf dem Lande stützt sich offenbar nur auf dunkle Geschäfte. Die Orte wirken entweder trostlos verlassen oder grau und bedrohlich. Auf ein kurzes Vergnügen mit viel Alkohol folgt böses Erwachen, das in vielen Fortsetzungen und Varianten nicht zu enden scheint. Und beim großen Showdown, mit Šakotis und Švyturis, einer Landkapelle und viel "blauen Bohnen" zeigen sich die örtlichen Gangs gar nicht so unvorbereitet für eine ordentliche Rauferei mit den dahergelaufenen Auslands-Gangstern.

Auch die Zentralheizung kommt in "Redirected" zu
unerwarteten Ehren ...
Für mich ein Film, der manchmal am Rande des Schamlosen spielt. Aber vielleicht ist es genau Absicht - und der Trick, warum es beim breiten Publikum vielleicht funktioniert - wenn die einen in der nächsten Szene noch mehr Gewalt befürchten, die anderen zuviel nackte Haut, und die dritten peinliche Gags - und keines davon eintritt. Die überraschenden Wendungen retten den Film mehrfach.

Eigentlich hat der Film drei Teile: ein Vorspiel in England, sehr englisch gestaltet mit braven Bobbies, bösen Jungs und trügerischem Vorstadtidyll. Ein turbulenter Mittelteil, in dem die Verfolger der gar nicht so braven Gelegenheitsräuber schnell die Oberhand zu bekommen und ein furchtbares Ende unvermeidbar scheint. Und dann der letzte Teil, in dem das litauische Landleben seine ganze Skurilität ausbreitet, aber auch mühelos den merkwürdigen Eindringlingen Paroli bietet. Wichtig auch, dass die Darstellung der litauischen Verhältnisse nicht ins Lächerliche abgleitet: nach dem Motto "im Grunde sind wir alle kleine Verbrecher" entkommen die Gehetzten aus dem Inselreich allem Unbill letztendlich knapp, nur um dann in noch schlimmere Gefilde zu geraten ...

Zahnglas und Sauerkraut. Und nicht vergessen: der Vodka
steht woanders ...
Regie bei "Redirected" führte Emilis Velyvis, der gelegentlich auch als Schauspieler aktiv ist - siehe Wolfgang Panzers Remake "Die Brücke", der in Deutschland auf Pro7 lief und teilweise im lettischen Kuldiga gedreht wurde. Produziert wurde "Redirected" von "Cinema Cult Distribution", die auch schon für "Das Ghetto" und "Die Brücke" verantwortlich zeichneten und dessen Eigentümer Norbertas Pranckus sein Geld mit "Vytautas"-Mineralwasser gemacht hat.

Im Aufgebot: die schönsten Menschen aus beiden
an der Produktion beteiligten Ländern
Für Vytautas Šapranauskas, Theater, Kino- und Fernsehschauspieler, Moderator, hier im Film in der Rolle eines Don Camillo auf Litauisch, war es der letzte Auftritt. Kurz vor seinem 55.Geburtstag hatte er am 18.April 2013 Selbstmord verübt und dies mehreren Freunden per SMS angekündigt. Doch dem Humorist wirkt nur der Humor glaubhaft. 

So steht gleich im Vorspann des Films ein Dank an Šapranauskas. Ob das deutsche Kinopublikum für dieses Werk die Kassen stürmt, muss abgewartet werden. Wer als Deutsche/r litauische Freunde und Bekannte hat könnte im Film einiges sehen, was Engländer und Litauer unterscheidet oder verbindet. "Wo ist der Frack?" - Ach ja, es war ein drastischeres Wort im Titel. Sei's drum.

11 Mai 2012

Litauen-Krimi in Stralsund

"Willkommen in Stralsund!" heißt es auch
fürs ZDF-Krimiteam (Foto: Stralsund-Werbung)
Filmaufnahmen werden dieser Tage gemacht, in Stralsund und auf Rügen. Bei ZDF-Kommissarin Nina Petersen (Katherina Wackernagel) steht Litauen auf dem Stundenplan. Wieder einmal Option 2 für die litauischen Themen im Deutschen Fernsehen: wenn kein Naturfilm über die Kurische Nehrung, dann muss es wohl die kriminelle Szene sein die hier beleuchtet wird.
Diesmal kommt das "Böse" von der Fähre: aus Klaipeda kommt ein Mann mit einem Baby in Stralsund an - so die ZDF-Story. Kurz darauf ist der Mann tot, und die Ermittler müssen unter anderem auch nachforschen, was vorher in Litauen geschah. Ein Sendetermin steht noch nicht fest, aber es wird interessant sein welches Litauen-Bild hier vermittelt werden wird. Neben Mord werden mögliche Verwicklungen in Raubüberfälle, aber auch humanitäre Projekte angedeutet. Das Drehbuch schrieben Martin Eigler zusammen mit Sven Poser. Die Dreharbeiten dauern voraussichtlich bis Anfang Juni, von Dreharbeiten auch in Litauen war nichts zu erfahren. Der Sendetermin für "Stralsund - Rache" wird voraussichtlich im Herbst liegen.
Pressemeldung "Stralsund-Intern"

20 November 2011

Bücher, Grenzen und ein Fluß

Rasa Miškinytė
Eine Menge Erfahrung als Dokumentarfilmerin bringt die litauische Filmemacherin und Produzentin Rasa Miškinytė in ihre Projekte. Sie gilt als diejenige, die in den vergangenen Jahren am erfolgreichsten damit war, Auslands-Koproduktionen nach Litauen zu holen (siehe ERA-Film). Ob Japan oder Dänemark - Filme werden selten im nationalen Alleingang hergestellt. Dennoch zeigte sich Miškinytė überrascht, als eine Anfrage von Jeremiah Cullinane für ein neues Filmprojekt kam. "Ein Ire? Ich habe mich gefragt: was wissen Menschen in Irland über litauische Geschichte?" so beschrieb sie ihre erste Reaktion als sie von der Idee zu dem Film "Der Bücherschmuggler" hörte.

Gegenwärtig wird der Film als litauischer Beitrag auf einigen internationalen Filmfestivals gezeigt (außer Lübeck auch Vilnius, Belfast, Riga, Tallinn, Kapstadt und Chicago). Jeremiah Cullinane's Filmthemen waren bisher Kriminalgeschichten oder Keltenmythen.
Und die naheliegende Vermutung, Cullinane habe wohl mit einem der vielen litauischen Arbeitsmigranten in Irland Kontakt gehabt, muss auch nicht unbedingt stimmen. Der 1967 geborene Cullinane wuchs bei seinen Eltern in Kanada auf und schloß ein Studium in Paris an. Erst seit 1995 gab es den Einstieg ins Filmbusiness, und nach weiteren Paris-Aufenthalten auch Gastspiele als Theaterregisseur. Seit 2005 ist er Miteigentümer der Filmproduktionsfirma "Planet Korda Pictures" und hat die "Bücherschmuggler" mit produziert.

Kommen wir zur eigentlichen Geschichte. Miškinytė und Cullinane schicken gewissermaßen ihre Alter Egos auf eine Reise durchs Memeldelta: der gälische Poet Gearóid Mac Lochlainn, bekannt durch sein Buch "Stream of Tongues" (Sruth Teangacha), und der litauische Theaterdirektor Albertas Vidžiūnas suchen die Spuren der Bücherschmuggler, die in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhundert den russischen Bann gegen die litauische Sprache überwinden halfen und Gedrucktes von Preußen über den Nemunas brachten. In einer der schönsten Szenen des Films, in dem Mac Lochlainn und Vidžiūnas in einem kleinen Boot nahe der Mündung auf dem Fluß unterwegs sind, versucht es der Litauer dem Iren so zu erklären: "Weißt du, damals war auf der linken Seite Preußen und auf der anderen Seite Russland. Heute ist auf der linken Seite Russland und auf der anderen Seite Litauen."

Albertas und Gearóid auf den Spuren der Bücherträger
Dabei fließt der Film beinahe so gemächlich dahin wie auch der Fluß. Langsam tauchen die beiden zwischen den Wassern wandernden Besucher ein in die Thematik. Sie besuchen eine der Kirchen, in der Antanas Mackevičius tätig war, Schulkinder, die über die Geschichte der Bücherschmuggler lernen, und junge Baumpflanzungen, ein jeder einem der Bücherträger gewidmet. Sie besuchen die Universitätsbibliothek von Vilnius, wo schon die Eingangstür das Thema aufnimmt, und sie nehmen Teil an einem Freilicht-Theaterspiel, mit dem Einwohner der Region Geschichte nachspielen. Dabei wird vielfach darauf geachtet, die auch in den handelnden Personen verkörperte Sprachenvielfalt wiederzuspiegeln, sei es durch Gedichte Mac Lochlainns, oder durch Untertitel: Englisch, Litauisch, Gälisch. 

Dann ein Satz, der aufschreckt: "Wenn Du glaubst, Du könntest mit einer anderen Sprache leben, und trotzdem Litauer bleiben - das ist eine pure Illusion." Ausgeprochen von einem Nachfahren der Bücherschmuggler, hat die Radikalität dieser Aussage offenbar auch das Filmteam überrascht - so jedenfalls die Aussage von Rasa Miškinytė bei den Lübecker Filmtagen. Die Aussage gilt natürlich den Vorfahren, die ein Leben mit einer aufgezwungenen fremden (Herrschafts-)Sprache für nicht erträglich hielten. Aber sofort kommt auch die Problematik des heutigen Litauen in den Sinn, wo Zehntauende zumindest vorläufig lieber die fremde Sprache in Kauf nehmen als eine Zukunft im eigenen Land. Aber nach Auffassung von Miškinytė geht diese Thematik ganz Europa an - nicht nur Russen und Litauer, Iren und Englischsprachige.
Ein Film, der weit entfernt davon ist, ein nationalistisches Monument darstellen zu wollen, sondern der zum genaueren Hinsehen verleiten möchte. So genau, wie es die Verschiedenheit von Kulturen, Sprachen und Mentalitäten nötig haben."Wir haben bringen Bücher mit über die Grenze, möchten Sie sie vielleicht beschlagnahmen?" fragen die beiden Filmakteure den Grenzbeamten an der heutigen russisch-litauischen Grenze scherzhaft. Nein, ganz verschwunden sind Sprachzwänge auch heute noch nicht, gerade an den Grenzlinien zwischen Russland und Europa. Und am Nemunasdelta sind die Erinnerungen an die Bücherträger offenbar, wie der Film zeigt, auch identitätsbildend. In ihrem nächsten Film möchte Rasa Miškinytė den Themen Belorusslands nachspüren - man darf gespannt sein darauf.
Homepage zum Film
Filmtrailer bei YouTube

24 Januar 2011

Von Rückkehr und Hoffnung

Karolis Spinkis zog im Alter von 12 Jahren mit seiner Mutter von Litauen nach Deutschland.  Inzwischen, 7 Jahre später, hat er einige seiner Erlebnisse und Erinnerungen zwischen beiden Ländern mit seiner eigenen Videokamera aufgearbeitet. 
Zur Jahreswende stand - wie für viele Litauerinnen und Litauer - eine Reise zurück nach Litauen auf dem Programm. Für Karolis diesmal zusammen mit einem Filmteam. - Zurück in der Heimat als Arbeitsaufenthalt: Weggehen und Bleiben, Rückkehr und Hoffnung - ein Film soll helfen, diese Themen verständlicher zu machen in Litauen und in Deutschland.

Hier Auszüge einiger frischer Eindrücke, die Karolis in Litauen aufgeschrieben hat:
„Der Anlass, diesen Film zu machen, zeigte mir eine neue Art von Heimatbesuch.
Es war eine Reise zu meinen Spuren und ich bin froh, dass ich sie bereits jetzt machen durfte. Ohne diesen Film hätte ich mich nicht gefragt, wo mein Zuhause ist, ob ich Litauen oder Deutschland als Heimat empfinde, oder wie wichtig die eigene Herkunft überhaupt ist. Womöglich hätte ich mich zu spät aufgerafft, mich auf die Suche zu machen. Der Dreh machte mir bewusst, wie viele Fragen in Wirklichkeit noch unbeantwortet sind und wie wenig ich von meinem Land weiß. Es war eine Bildungsreise, die ich auch bewusst als solche hinnahm. Nein, keine Bücher, keine Stadtführer brachten mir meine Heimat näher. Nach wie vor weiß ich von der Geschichte des Landes wenig. Die besten Lehrer waren Menschen, die ich traf. Als Einzelne und in der Summe zeigten sie mir, wie die Lage in meinem Land heute ist.“
Und weiter:
....
„Eine Woche vor der Expedition ging der kleine Karolis durch litauische Medien. Eine der größten litauischen Zeitungen „Respublika“ veröffentlichte einen Artikel über mich und unser Vorhaben. Noch am selben Tag erhielt ich einen Anruf von TV3, einem litauischen, kommerziellen Fernsehsender. Sie planten eine Sendung zum Thema Emigration, wo sie mich herzlich als Gast in die Talkrunde eingeladen haben. Die Sendung heißt „Kodėl?“ (dt. „Warum?“), da wird den Tatsachen auf den Grund gegangen. Die äußerst penetrante Moderatorin gilt bei vielen in Litauen als angesehen, denn sie schafft es, aus den „falschen“ Politikern immer die Wahrheit auszuquetschen. Wahrheit hin oder her - ich saß da. Zwei Stunden dauerte die Aufzeichnung der Sendung. Ich saß und saß und niemand wollte mit mir reden. Anscheinend sollte ich selbst die Initiative ergreifen und mich der heißen Diskussionsrunde anschließen, Problem war nur, ich verstand nichts. Es lag nicht an der Sprache, Litauisch verstehe ich wunderbar, doch was und wie sie geredet haben, verstand ich nicht. Reich und arm, gut und böse saßen sich gegenüber, Moderatorin hetzte die Parteien aufeinander, ließ niemanden ausreden. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder mir die Augen zuhalten soll oder einfach nur aufstehen und gehen. Sie haben sich angeschrien, beinah die Köpfe eingeschlagen. Sinn der Sendung sollte sein, das Emigrationsproblem Litauens auszudiskutieren und wie ich unterschwellig mitbekommen habe, Emigranten zurück ins Land zu rufen. Weder das Eine, noch das Andere gelang. Problem blieb weiterhin ungelöst und ich muss mich an dieser Stelle entschuldigen, dass ich in der Sendung nichts gesagt habe. Erst zwei Tage später fiel mir folgender Satz ein, den ich hätte anbringen müssen: „Wenn ein ausgewanderter Litauer Euch sieht, wie ihr Euch gegenseitig beschimpft und zu Obst macht, denke ich nicht, dass er nur ansatzweise darüber nachdenkt, zurückzukommen. Ich würde es nämlich nicht tun.“ Ein dramatischer Abgang im Anschluss wäre beeindruckend gewesen. Doch schade, verpennt. Fernsehen auf tiefstem Niveau. Sorry.“
(aus „von Weggehen und Bleiben, von Rückkehr und Hoffnung“)

mehr davon ist zu lesen auf Karolis' Webseite

13 Januar 2009

Litauen - Tummelplatz für Hollywood-Stars?

In Deutschland taucht es nur am Rande in den Klatschspalten auf, aber in der englischsprachigen Presse ist es offenbar ein breiter dargestelltes Thema: die Beteiligung von Hollywood-Stars an Filmproduktionen in Litauen. Während das "Yellow-Net" (gibts das eigentlich, parallel zur "Yellow-press", im Internet auch?) lediglich meldet: "Liev Schreiber und Daniel Craig albern am Set rum" (Bang Media), ist in englischsprachigen Quellen weitaus mehr dazu veröffentlicht.

Der Grund, über Liev Schreiber (der Mann von Naomi Watts) und Daniel Craig (James-Bond-Darsteller) zu schreiben, ist für manche ein ganz banaler. Da in den Wäldern des östlichen Litauen gedreht wurde, sei die einzige Möglichkeit gegen Kälte gewesen, große Mengen Wodka zu trinken. Wer's glaubt. Dass die beiden US-Schauspieler ein jüdisches Geschwisterpaar spielen, das sich während des Zweiten Weltkriegs vor den Nazis im Wald versteckt, klingt schon interessanter (James Bond nun auch gegen die Nazis?).

Yahoo-News schöpft seine Quellen zu diesem Thema (englischsprachig) aus Reuters und den Hollywood-News ab, und weiß zu berichten, dass der neue Film "Defiance" heißen wird (würde, wörtlich übersetzt, laut Lexikon "Herausforderung", "Mißachtung"
oder "Trotz" heißen). Und zu diesem Titel wiederum sind im Netz bereits viele Einzelheiten zu finden: der Film soll in diesem Frühjahr auf den Markt kommen, und sei bereits für den Golden Globe nominiert (der Soundtrack!). Da die aktuelle Preisverleihung ja gerade über die Bühne ging, ist dazu nur zu sagen: nominiert, aber nicht ausgezeichnet.

"Für meine Brüder, die niemals aufgaben" - so der Untertitel im fertigen Filmtrailer. Schon Anfang Februar ist der Start in den Kinos geplant. Die Story spielt eigentlich in Weißrussland - aber die Landschaft sei in Litauen ähnlich, und die politischen, produktionstechnischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen in Litauen besser, so ist von der Produktionsfirma zu lesen.

"Lithuania plays a starring role" - diese Schlagzeile werden die Litauerinnen und Litauer wahrscheinlich doch gerne lesen, auch wenn aktuell die Wirtschafts- und Finanzkrise den Alltag natürlich mehr bestimmt. Aber dazu war Film ja immer schon ganz gut tauglich - und Hollywood sowieso: Illusionen zu liefern, Träume und Stories, die vom tristen Alltag ablenken.

Weitere Meldungen dazu:

zur Story des Films ein Beitrag bei Moviemates

Ausführliche Story bei Yahoo-News (engl.)


Trailer zum Film bei ProSieben

weiterer Trailer bei YouTube (engl.)

Beitrag "Readers Edition" zu "Neue Filme mit Thema Holocaust"

Diskussion zum Film im "Film-Blog" des Guardian (engl.)

19 Oktober 2008

"Ostalgie" in Litauen? Der neue Film "Balkon"

"Ach, es war ja nicht alles schlecht..." Ein Satz, den man in Litauen eigentlich nicht hört. Die "Sowejtzeit", das war die Zeit der Besetzung. Da waren die bösen Russen (denen auch die heutigen Machthaber und Gazprom entsprechen) und die heldenhaften litauischen Partisanen. Gelegentlich bekommt das Bild Risse durch litauische KGB-Reservisten oder durch die russische Unterstützung für Politiker, aber im Allgemeinen ist die Behandlung der Sowjetzeit als solche Tabu. Geschichten wie "Sonnenallee" oder "Good Bye, Lenin"? Unvorstellbar, vor allem als Verhöhnung derer die unter dem Regime gelitten haben. Und so freuen sich die alten Kader insgeheim, dass ein Großteil der Akten unerreichbar in Moskau liegt.

Jetzt ein ganz anderes Phänomen: Die Wiedergeburt des litauischen Films. Jedes Jahr gibt es mindestens einen, doch recht hochwertigen, litauischen Spielfilm im Kino: Von der Verfilmung des Buches "Der Götterwald" von Balys Sruoga - ein anderer Blick auf ein Konzentrationslager über kleine Businessgangsterfilme wie "Diringas" bis zum Schicksal der Emmigranten in "Unnütze Menschen".

Und jetzt auf einmal sowas: Ja, auch in der Sowjetunion haben "ganz normale Menschen" gelebt. Aus der Selbstdarstellung des Films: "Die Sowjetunion in den 80ern. Eine Kleinstadt an der Peripherie. In die Nachbarschaft der 11jährigen Emilija zieht nach der Scheidung der Elten der gleichaltige Rolanas [offensichtlich ein Russe] mit seinem Vater. Zwischen den beiden entsteht eine Beziehung jedoch auch Furcht nur durch die Wand, wenn jeder auf seiner Seite des Balkones sitzt oder über den Stromschalter. Auch Emilijas Eltern sind nah der Scheidung und die Kinder finden viel gemeinsames. Doch ein beinahe tragischer Unfall versperrt Emilija den Weg auf den Balkon und die beiden werden zu einem "richtigen" Treffen gezwungen."

Klingt auf jeden Fall nicht uninteressant und seit Monaten sind Freunde und Bekannte "heiß" auf diesen Film. Ob er die Erwartungen erfüllt, kann ich selbst erst sagen, wenn ich ihn gesehen habe, er ist nämlich gerade erst angelaufen. Ich bin mir fast sicher, dass die Hälfte der Kino-Besucher sagt "Super" und die andere Hälfte "Schwach", das ist nämlich immer so.

Gespannt darf man auch sein, was als nächster Film folgen wird. Und alle, können jetzt schon einen Filmsselbstdarstellung via You tube und die Filmhomepage

http://balkonas.wordpress.com/

sehen.

02 August 2008

Wer nach China fährt, müsste Mamontovas heißen!

"Nereikalingi žmonės“ - das mag gewöhnlichen Deutschen durchaus ähnlich wie chinesisch klingen. Aber gerade in China ist dieses litauische Kulturprodukt seit kurzem am besten bekannt. Es ist der Titel eines Films, der im Juni 2008 beim Filmfestival in Schanghai (einem der größten Filmfestivals der Welt) gleich zwei Preise gewann: beste Regie und beste Filmmusik. Der erste Preis auf einem internationalen A-Festival für einen litauischen Film.

Ein Film über Irland. Eine irisch-litauische Koproduktion, die stolz darauf verweist, der erste 100%ig privat finanzierte litauische Film zu sein. Der bald nach seinem Kinostart Anfang 2008 Rekorde an litauischen Kinokassen aufstellte. Mit Maris Martinsons ein Regisseur aus Lettland, der sich auch im litauischen TV in litauischsprachigen Interviews gut schlägt. Irland, ein Thema in Litauen spätestens mit dem Aufkommen der Insel als Zielland für Arbeitssuchende. Und Musik aus Litauen - auch über Irland. Nun hat auch Andrius Mamontovas seine "Rose of Irland" geschrieben. Soundtracks hat der ehemalige FOJÉ-Leadsänger und Mamlet-Darsteller schon einige geschrieben. Und bei der Eurovision ist er auch schon aufgetreten - relativ erfolgreich (LT United).

Mamontovas selbst spielt einen Priester in "Loss" (so der englische Filmtitel). Auch Kostas Smoriginas
ist wieder dabei - und so erinnert die Thematik auch etwas an "Geflüsterte Sünden", der mit Jurga Ivanauskaites Themen (und Mithilfe) entstandene Film. Wieder geht es um zwei zentrale und sehr unterschiedliche Frauen, aber letztlich auch um ein Kind. Um Illusionen und Zukunftshoffungen, Emigration und Heimat.

Regisseur Martinsons äusserte zur Szene der Filmproduktionen in Litauen wie in Lettland: "Ein geschlossener Kreis von Direktoren und Produzenten rund um das Ministerium für Kultur, die sich das Geld untereinander aufteilen." Martinsons zog zusammen mit seiner (zweiten) lettischen Frau Linda Krukle nach Litauen und gründete die Filmproduktionsfirma ARTeta. "Ich habe mich auch in Vilnius verliebt", sagt er. "Manchmal fahren wir noch nach Riga und besuchen das 'Osiris', unser Lieblingsrestaurant dort. In Litauen kann man eigentlich eher ein berühmter Basketballspieler oder Wissenschaftler werden. Aber wir können ja reisen."

Erfolge in China - also länderübergreifend möglich, unter der Flagge Litauens.

Mehr Infos zum Film

Intervieww mit Maris Martinsons, Linda Krukle und Andrius Mamontovas bei "Vilnius now" (Alfa.lt, engl.)

"Loss" bei Wikipeda

TV-Interviews zum Film (litauisch)

Filmrezension (litauisch)

22 November 2007

Verfilmte Schlachten

Bereits Ende 2006 waren Einzelheiten bekannt geworden über ein weiteres filmisches Großprojekt, das in Litauen und in St.Petersburg produziert wurde. Es ist die Neuverfilmung von Leo Tolstois Klassiker Krieg und Frieden. In Litauen wurden unter anderem die großen Schlachten von Austerlitz (1805) und Borodino (1812) nachgestellt und gedreht. Nun kommt der Film in Deutschland und Österreich ins Fernsehen. Die Sendetermine für ZDF und ORF stehen bereits fest: 6., 9., 13. und 16. Januar 2008. (Fotos: ORF)

Sechs Wochen am Stück in Litauen drehen - das hätte Hauptdarstellerin Hannelore Elsner nicht zugesagt, wenn ihre Kinder noch kleiner gewesen wären, sagt sie im ZDF-Interview. Der fertige Film sei wie ein "riesengroßes, dickes Bilderbuch, das man durchblättert" geworden, meint sie. Über 2000 historische Kostüme waren für den Film angefertigt worden.

Tolstois Werk wurde ja bereits mehrfach verfilmt, die bekanntesten Versionen sind die US-Fassung (1956) mit Audrey Hepburn und Henry Fonda sowie ein sowjetischer Film (1968) von Sergej Bondartschuk. Beide haben ihre Fans, und in Internetforen wird bereits heftig diskutiert, ob diese neue Fassung überhaupt eine Chance hat, diese zu übertreffen.

Von dem Bondartschuk-Film sei er schon etwas beeindruckt gewesen, sagt Regisseur Robert Dornhelm. "Das war wahrscheinlich mit Abstand der teuerste Film aller Zeiten, allein für die Schlachten waren 40.000 bis 50.000 Soldaten zwei Jahre lang beschäftigt. Die Kavallerie hatte 5000 Pferde. D
rei Jahre lang wurde gedreht, zwei Jahre lang geschnitten. Das ist unvorstellbar und großartig monumental, aber zugleich auch sehr intim, sehr detailverliebt. Der Film ist jedoch auch mit einem Schuss Sowjetpropaganda versehen, was möglicherweise gar nicht im Sinne Tolstois war."
Das heutige Produktionsverfahren benötige nicht mehr so viele Statisten, erklärt Dornhelm. Statt 40.000 Soldaten werden nur noch 1000 real abgefilmt, der Rest geschieht durch Vervielfachung.

"Was sprach für Litauen?" wird Regisseur Dornhelm im ORF-Interview gefragt. Dornhelm: "Dass es noch immer nicht einfach ist, in Russland zu filmen. Dass es dort eine sehr gut funktionierende Filmproduktions-Struktur gibt. Dass die „Schlachtfelder“, die wir brauchten, ganz in der Nähe waren."
In Italien wurde der Vierteiler bereites erfolgreich ausgestrahlt, in Frankreich ist gerade Halbzeit: Beide Sender erreichten bisher durchschnittlich rund fünf Millionen Zuschauer pro Folge. Das wurde bei einer Presseveranstaltung am 19.11. in Hamburg bekannt gegeben.

Die österreichischen Medien scheinen Dornhelm ("Östereichs Hollywood-Export") auch als guten Koch zu kennen. "Was haben Sie in Litauen kredenzt?", wir er gefragt. Antwort: "Litauen ist das Land der Pilze, also habe ich Gerichte mit Schwammerln zubereitet. Anfangs griffen sie nur sehr zögerlich zu, aber nachdem die Ersten die Mahlzeiten überlebt hatten, herrschte reger Andrang."

Infos des ZDF zum Film

Bilder zu Teil 1 der ZDF-Serie

Hannelore Elsner zu den Erfahrungen bei den Dreharbeiten

Robert Dornhelm im ZDF-Interview

"Bei zu viel Rühren entsteht Gulasch" -Interview mit Robert Dornhelm bei den OÖ-Nachrichten

Infos des ORF-Kundendiensts zum Film

27 Oktober 2007

Geflüsterte Sünden

Leider ist Jurga Ivanauskaite, eine der bekanntesten litauischen Schriftstellerinnen der Gegenwart, Anfang diesen Jahres im Alter von nur 45 Jahren verstorben. Aber eines ihrer letzten Projekte war die Arbeit mit Regisseur Algimantas Puipa an dem Film "Nuodėmės užkalbėjimas", in dem Motive ihrer Romane und Erzählungen verarbeitet sind. - "Regenhexe" hatte drei Erzählebenen, im Film haben wir uns auf eine davon konzentriert", so Puipa kürzlich auf dem lettischen Filmfestival "Lielais Kristaps" in Riga. Unter dem deutschen Titel "Sündengefüster" ist der Film nun - in litauischer Fassung, englisch untertitelt - auf den Nordischen Filmtagen in Lübeck zu sehen.

Das Thema der Liebe zu einem Priester war sicher einer der Gründe, warum manch
e das Buch "Ragana ir lietus" (deutscher Titel: Regenhexe) im katholischen Litauen lieber verboten sehen wollten. Auch der Film knüpft genau an dieser Stelle an, in dem entsprechende Einstellungen am Anfang stehen. Aber dann knüpft die Story das Geschehen dichter, und es entwickeln sich mehrere Hauptfiguren, auch in ihren Beziehungen untereinander. "Ich möchte von ihm loskommen", erklärt Vika ihrer Psychotherapeutin Rita, nachdem ihr Priester Paulius erklärt hat, er müsse sich von ihr trennen. "Erzählen Sie genauer, in allen Einzelheiten," fordert Rita sie auf, die schon seit Jahren keine wahre Liebe mehr erfahren hat, und wohl auch an einem weiblichen Dialog über die Grenzen und Mythen der Liebe interessiert ist.

Aber Vika hat ja auch Go, der in derselben Klinik dahinsiecht, in der Paulius ebenfalls seinen Dienst tut. Go, ein ehemaliger Straßensänger (Kostas Smoriginas, in Litauen musikalisch kein Unbekannter, spielt ein wenig sich selbst?), verliert allmäglich den Kontakt mit der realen Welt. Zwei gegensätzliche Liebschaften: ein Künstler, der sich gehen läßt und in den Tag hinein lebt, und ein Gottesdiener, für den Selbstzucht und formale Regeln eigentlich Lebensinhalt sein sollten. Wo die Liebe hinfällt ...

Auch der Psychologin Rita gibt das Drehbuch etwas Spielraum: als ihr Mann zugibt, eine Geliebte zu haben, gibt sie sich einem anderen hin. Ein Arztkollege, Pathologe, von dem sich erst später erweist, dass er Frauen genauso sezieren möchte wie seine anderen Arbeitsobjekte. Die Geschichte verliert ihre Stützpfeiler: Ritas Tochter erweist sich als selbstmordgefährdet, während Priester-Liebhaberin Vika ihre Sicherheit langsam wiedergewinnt. Gibt es Regeln, gibt es Ursachen für die Liebe? Der Film vermag diese Fragen aus der Perspektive beider Geschlechter zu erzählen - obwohl die Männer natürlich schlechter wegkommen. Dennoch werden sich vielleicht Männer wie Frauen durch diesen Film inspieriert fühlen, über manche dieser Fragen neu nachzudenken.

"Sündengeflüster" auf den Nordischen Filmtagen 2007

Infos zu Jurga Ivanauskaite bei "Books from Lithuania"

"Die Regenhexe" bei PERLENTAUCHER.DE" (mit Rezensionsübersicht)

Wikepeda über Regisseur Algimantas Puipa

Szenefotos des Films (Nordische Filmtage)

28 Oktober 2006

Erneute Großproduktion im Filmland Litauen

Wieder hat es Litauen geschafft, die Produktion eines größeren Filmprojekts ins Land zu holen. Nach Robin Hood, Störtebecker, und "Flucht und Vertreibung" (letzteres noch im Entstehen) jetzt also: Krieg und Frieden.

Verschiedene Pressemeldungen geben Einzelheiten wieder. 26 Millionen Euro soll die Produktion insgesamt kosten, meldet Newsflex (siehe auch: TV-Wunschliste). SAT+Kabel bezeichnet die Kosten als "Rekordbudget". "Markenpost" berichtet von "aufwändigster Ausstattung" und "Tausende historische Kostüme" und sieht dementsprechend ein aussergewöhnliches Fernsehereignis voraus. Filmnews.at zitiert den Direktor der Litauischen Filmstudios (LFS), Ramunas Skikas, der diese Produktion als das teuerste und aufwändigste jemals in Litauen realisierte Filmprojekt bezeichnet.
Unter der Leitung der Münchner Firma EOS (Jan Mojto) entsteht eine deutsch - französisch - litauisch - italienisch - russisch - englische Koproduktion des Klassikers der Weltliteratur (Leo Tolstoi). Auch das ZDF ist beteiligt, und ausser in Litauen wird auch noch in St.Petersburg gedreht. In Litauen entstehen unter anderem die Szenen für die großen Schlachten von Austerlitz (1805) und Borodino (1812). Die staatliche russische Nachrichtenagentur Nowosti meldet, es sei nicht leicht gewesen, die russischen Partner davon zu überzeugen, dass die Produktion in Englisch gedreht wird.

Es gab ja schon mal eine US-Fassung (King Vidor, 1956, Oscar-Nominierung), und eine russische Produktion (Sergej Bondartschuk, 1968, Oscar-Preisträger).
Bei der Neufassung führt Robert Dornheim Regie, und als Schauspieler machen unter anderem Alexander Beyer ("Good bye, Lenin") und Hannelore Elsner mit.
Der fertige Film wird voraussichtlich im Herbst 2007 im ZDF zu sehen sein (voraussichtlich in vier Teilen). Auch ORF, RAI und weitere europäische Fernsehanstalten sollen an der Produktion beteiligt sein.

Weitere Infos zum Projekt bei EOS Entertainment - von dort stammt auch die obige Vorab-Illustrierung des Filmes..

17 Januar 2006

Schwieriges Thema, medial aufgearbeitet: neuer Film zum Holocaust in Litauen

Für Litauen ist die Aufarbeitung der jüdischen Vergangenheit im eigenen Lande ein schwieriges Thema. Der Beitrag von jüdischer Seite auch zu Kultur und Gesellschaft war bis zum Beginn des 2.Weltkriegs ganz erheblich - dann folgte die beinahe totale Vernichtung. Zehntausende von Juden wurden - nicht nur in Litauen - getötet, ermordet, enteignet, drangsaliert oder in Ghettos eingesperrt. Die nach Beginn des deutschen Angriffskriegs gegen die Sowjetunion vorrückenden Nazi-Truppen, inklusive Sondereinheiten der SS, bekamen quasi "freie Hand" um gegen Juden vorzugehen, teilweise unterstützt von einheimischen Gesinnungsgenossen. Das Ende war für die meisten schrecklich: die Vernichtung war für Litauens Juden so total, dass eine Versöhnung auch nach mehr als 60 Jahren noch sehr schwierig erscheint, auch wenn sich die heutigen demokratischen Regierungen in Litauen um eine wissenschaftlich abgesicherte Aufarbeitung bemühen, und dies durch aktive Schritte der akutellen Politik zu unterstützen suchen.

Nach jahrelanger Vorbereitung kommt nun ein Film in die Kinos, der dieses schwierige Thema zum Inhalt hat. Vom 27.-29.Februar gibt es in Vilnius eine ungewöhnliche Filmpremiere:
„Vilniaus getas“ – „iššūkis, kurį reikėjo nugalėti“
(Vilniusser Ghetto)

27.-29. Februar 2006

Ort: Kino teatras "Forum Cinemas Vingis", Savanoriu pr. 7, Vilnius.

Zitat aus der Ankündigung zur Veranstaltung, die vom Goethe-Institut Vilniuis mitgetragen wird:

"Während der Besatzung Litauens durch deutsche Truppen wurde fast die gesamte jüdische Bevölkerung ermordet. Das jüdische Wilna (Vilnius), bekannt als das „Jerusalem des Nordens“, wurde nahezu ausgelöscht. Einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung des Holocaust in Litauen leistet der Film „Ghetto“ des litauischen Regisseurs Audrius Juzenas. Gemeinsam mit dem Litauischen Filmzentrum wird das Goethe-Institut Vilnius am 17. Februar 2006 den Film vorstellen. Der Film basiert auf wahren Begebenheiten, die sich während der Okkupation 1942/1943 im jüdischen Ghetto von Vilnius abgespielt haben. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des jüdischen Theaters, dessen Existenz einigen der zum Tode verurteilten Schauspielern für ein Jahr das Leben rettete.
„Ghetto“ ist die erste große deutsch-litauische Kinoproduktion über den Holocaust. Regisseur Audrius Juzenas näherte sich einem Thema, über das in Litauen lange Zeit geschwiegen wurde. Als Vertreter der Nachkriegsgeneration trägt der Filmemacher dazu bei, die Tabuisierung des Holocaust in der litauischen Gesellschaft aufzubrechen. Auch aus diesem Grund spielt dieser Film eine wichtige Rolle für Litauen.
Zur Premiere in Vilnius sind die Hauptdarsteller Heino Ferch und Sebastian Hülk eingeladen. Ebenso wird der Dramatiker Joshua Sobol, auf dessen Stück der Film basiert und der gemeinsam mit Juzenas das Drehbuch geschrieben hat, anwesend sein."


„Ghetto“ ist eine deutsch-litauische Koproduktion. Der Film wurde von der Filmstiftung NRW, dem litauischen Kultusministerium und der Filmförderung Hamburg unterstützt. Der Kinostart in Deutschland ist für den 16. März 2006 vorgesehen.


Filmo „Vilniaus getas“ premjera įvyks jau šių metų vasario 17d. Tačiau kodėl juostos apie fatališką žydaitės ir nacių karininko meilę, įsiliepsnojusią Vilniaus gete veikusiame teatre, teko laukti net penkerius metus?
„Aš vis juokauju, kalbėdamas apie tuos penkerius metus. O kiek karas vyko? Greičiau nepavyko nugalėti vokiečių. Penkerius metus kariavo. Kol atominių bombų nepagamino. Tai čia lygiai tas pats, - tvirtina „Vilniaus geto“ režisierius Audrius Juzėnas. – Manau, kad kažkuria prasme filmas yra susijęs su istoriniais praeities dalykais, kurių tu negali apeiti ar išvengti. Žmonės neišnyksta be pėdsakų, jie palieka kažkokį informacinį lauką. Ir tie, kurie išnyko ar duobėse buvo sušaudyti, jie kažkokiu būdu paliko savo energiją, kuri bet kokiu atveju veikė tą projektą“.
„Vilniaus geto“ režisierius neslepia, jog pradėjęs šį projektą sulaukė pasiūlymų jo atsisakyti arba bent jau leisti į režisieriaus kėdę atsisėsti kitam žmogui. Tvirtai nusprendęs nesitraukti, A. Juzėnas tapo ir juostos režisieriumi, ir prodiuseriu: „Pragaras ir kančios buvo dvigubos... Tai buvo iššūkis, kurį reikėjo nugalėti. O aš trauktis nemoku. Arba mirti, arba gyventi...“


Weitere Infos zum Thema:
- Artikel der "Baltischen Rundschau"
- Jüdische Zeitung, infos des Internetportals HaGalil
- englischsprachige Infoseite zum Todeslager & Ghetto Vilnius
- Projekt "Spurensuche jüdischer Geschichte - das Ghetto in Vilnius"
- jüdisches Museum Vilnius
- Info des Litauischen Filmzentrums zum Film "Vilniusser Ghetto"
- Kontakt zum litauisch-jüdischen Kulturclub

Kontakt zum deutschen Produktionspartner des Films "Vilniusser Ghetto": Thees Klahn, DRAGON CINE Filmproduktion, Hamburg.