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09 November 2013

Gestresste Reiseleiter

Schock für die kommende Touristensaison: die Reiseleiter in Litauen streiken! Nun, ganz so weit ist es noch nicht, aber zumindest beschweren sie sich lautstark. Für deutsche Verhältnisse erstaunlich allein schon, dass litauische Reiseleiter und Stadtführer in einer eigenen Gewerkschaftgruppierung zusammengeschlossen sind: Mitglieder von "Solidarität" (Solidarumas) demonstrierten Mitte Oktober sogar vor dem Präsidentenpalast in Vilnius. "In Litauen wird von Reiseleitern verlangt, dass sie einen Universitätsabschluß vorweisen können, dann spezielle Kurse besuchen müssen, einen Test in litauischer Geschichte ablegen und dann auch noch ihre Tourenleiter-Fähigkeiten testen lassen müssen," so erzählt es Gewerkschaftsvertreter Ričardas Garuolis. "In keinem anderen EU-Land gibt es so viele Einzelbestimmungen für Reiseleiter."

Touristenströme in Litauen - wer profitiert?
Auf der anderen Seite ist es offenbar möglich - die EU-Bestimmungen zur Freiheit von Dienstleistungen bringen es mit sich - dass ausländische Reiseleiter sich nur kurz mit den litauischen Behörden verständigen müssen und dann einfach als "vorübergehend zugelassener" Reiseleiter auch in Litauen arbeiten können. Dagegen haben nach Darstellung der Gewerkschaft bereits 4000 Litauerinnen und Litauer die speziellen Kurse für Reiseleiter absolviert - aber nur 600 von ihnen haben bisher auch die Zulassung bekommen. "Auf diese Weise werden viele litauische Reiseleiter ersetzt durch Polen, Deutsche oder Letten. Besonders bei den polnischsprachigen Kollegen sind die Zahl der verloren gegangenen Arbeitsmöglichkeiten hoch."

Getrübt werden diese klaren Aussagen, die vielleicht auch Nicht-Litauern ja Verständnis für litauische Reiseleiter entlocken können, vielleicht durch die Zusatzinformation, dass derselbe Herr Garuolis, der hier so eifrig Partei für die Unterschätzten und Benachteiligten ergreift, gleichzeitig auch aktives Mitglied im "Lietuvių tautininkų sąjunga" (Bund der litauischen Nationalisten) ist. Das bedeutet also - deren Parteiprogramm ernst genommen - er ist kein ausgeprochen eifriger Freund der Demokratie, sondern bevorzugt den "Volkswillen" und starke Führer. "Litauische (Reise)Führer für Litauen?"

Bei Gründung seiner Tourguide-Gruppierung innerhalb der "Solidarumas" im Jahr 2010 benannte Garuolis auch Ziele: bessere Arbeitsbedingungen und eine stärkere Position bei Verhandlungen um das Preisniveau für touristische Dienstleistungen. Bessere soziale Absicherung durch die auftraggebenden Agenturen. Der Stundenlohn für litauische Guides wurde damals mit 120-150 Litas (35-45Euro) benannt.

45 Euro pro Stunde? Damit - wenn man es als wenig bezeichnet - können ja nur Stadtführer gemeint sein; weniger die Tourguides, die tage- und wochenlang unterwegs sind (und froh sind wenn sie 100 Euro pro Tag bekommen). Zudem gibt es ja gerade bei deutschen Firmen die Gewohnheit, einen eigenen "Firmen"-Reiseleiter nach Litauen mitzuschicken, dem dann nur noch ein "örtlicher" Reiseleiter zur Seite gestellt wird. Während dann der deutsche "Kollege" eher die Hotelbetten und die gehobenen Restaurants "testet", darf der "örtliche" Partner sich um die organisatorischen Schwierigkeiten und den (landes-)sprachlichen Kontakt zu den "Einheimischen" kümmern. Nicht aber darum, ob es den deutschen Kunden gut geht - denn schließlich hat der Firmenreiseleiter schon vielfache Reisen des gleichen Typs hinter sich und glaubt zu wissen, was die (Stamm-)kunden wünschen (oder die Firmenleitung?), während litauische Kollegen nur "zugekauft" und kurzfiristig agieren. Solchen Erfahrungen zufolge müssten eigentlich deutsche und litauische Reiseleiter in DERSELBEN Gewerkschaft aktiv sein, bevor Abhilfe in Sicht sein könnte.

Ein anderer Punkt sind noch die Sprachkenntnisse. Muss ein deutscher Reiseleiter oder Guide, der sich in Litauen registrieren lassen möchte, eigentlich Litauisch beherrschen? Das wäre zu befürworten. Genauso ist es aber wünschenswert, dass in Litauen nicht einfach beliebige Arbeitslose "auf Reiseleiter" umgeschult werden, die Deutsch nur in dem Sinne verstehen dass sie die Wünsche der Deutschen verstehen und dienstbar zum Erfüllen derselben bereit stehen. Ein wenig tieferen Einblick in beide Länder zu haben, kann von großem Nutzen sein. Und aus dieser Sicht ist einfach der Trend zu beobachten, dass zu viele über eine Zwischenstation "Tourguide" dann doch lieber den Job in Deutschland annehmen, der besser bezahlt ist (und mit einem"normalen" Arbeitsvertrag lockt). Eine ganze Generation junger Sprachenkundiger, die nach 2004 in Litauen anzutreffen war, ist offenbar inzwischen nach Deutschland oder Brüssel weitergereist.
Es wird interessant sein, wie diese Diskussion weitergeht. Immerhin positiv aus litauischer Sicht ist noch, dass litauische Veranstalter von Rundreisen kein Problem haben auch Dienstleistungen in Lettland und Estland anzubieten und (in Deutschland) zu verkaufen. Zumindest aus Lettland war auch schon zu hören und zu lesen, dass litauische Firmen das Geschäft der deutschen "Baltikum"-Rundreisen dominieren - aber vielleicht profitieren davon nur die Agenturen, nicht die Guides.

Datenbank litauischer Tourguides  / Litauische Vereinigung "Solidarumas"

18 April 2010

Ein unbekanntes Land wie Litauen?


Island, Europa und Litauen
Viele sehen sich dieser Tage veranlasst, ein paar schöne Glossen über das Verhältnis der Deutschen zu kleinen Ländern zu schreiben. Auch bei Witzen wie "erst verbrennen sie unsere Kohle, und dann schicken sie uns noch die Asche rüber" wissen die meisten, wer und was gemeint ist. "Vielen Dank, liebes Island, aber es reicht jetzt wirklich!" schreibt heute "DIE WELT" etwas genervt, und dann weiter: "Es gibt Länder, über die weiß man erfreulich wenig: Litauen zum Beispiel. Auch Laos und Benin machen dem Planeten keine Scherereien. Andere Staaten hingegen drängen, obzwar gering an Fläche und Bevölkerungszahl, permanent in die Nachrichten."

Dass Island ein ganz besonders gutes Verhältnis zu den baltischen Staaten hat und vor 20 Jahren die sich unabhängig erklärenden Staaten mit als erste anerkannten, das wird an dieser Stelle natürlich aus deutscher Sicht vergessen. Aber auch in der Realität sind die Beziehungen von Deutschland ins südliche der drei baltischen Staaten wohl sehr viel ausgeprägter, als es die großen Schlagzeilen so vermuten lassen. Würde man die Regional- und Lokalnachrichten in Deutschland sorgfältiger lesen, so taucht dort Litauen in schöner Regelmäßigkeit ziemlich oft auf. 

Überall Litauen! Kulturell, alt und jung, sozial.
In Erkelenz im Rheinland zum Beispiel. Dort bringt es ein litauisch-schwedisch-deutsches Austauschprogramm mit sich, dass in dieser Woche im dortigen Gymnasium litauische Schüler musizieren. Oder im niedersächsischen Beverstedt, wo der Kirchenchor aus Klaipeda kürzlich zu Gast war, und in Duisburg, wo durch Musik einer Partnerschule geholfen wird. Beim Thorgauer "Elbe-Day" steht dieser Tage auch eine litauische Band auf der Bühne, in Kassel war litauisches Tanztheater zu Gast, beim "Danzfescht" in Bad Urach waren Litauer zu Gast, und im niederrheinischen Emmerich wiederum wurden Veranstaltungsgäste mit litauischen Osterbräuchen bekannt gemacht. Jugendliche aus dem westfälischen Steinfurt wiederum fuhren nach Litauen und bauten dort einen Hochseilgarten, in Nottuln war eine Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern zu Gast. Und in Ahrenshoop an der Ostsee lassen sich die Werke der beiden litauischen Künstler Neringa und Mindaugas Bumbliai bewundern. 

Beinahe noch häufiger als in den Bereichen Jugendaustausch oder Kultur ist von sozialen Projekten die Rede. In Drensteinfurt wurden vom Malteser-Hilfsdienst Rollstühle und Rollatoren für Litauen gesammelt, und auch in Damme sind es die Malteser, die Hospitale und Altenheime in Litauen unterstützen. In Heek (Münsterland) ist es die Kolpingfamilie, die für Litauen sammelt, in Kerpen gingen die Kolpingmitglieder mit ihren litauischen Gästen auf Wandertour. In Hude  und in Bookholzberg (Niedersachsen) denkt man an Kinder als zu Beschenkende. Auch das Rote Kreuz im württembergischen Münsingen steht mit Litauen in Kontakt, gleiches gilt für Metzingen, wie ebenso in der Region Wesermarsch und in Allerbüttel. Die Big-Band der Bundeswehr unterstützte in Rheine ein Projekt mit Behinderten in Litauen, und auch in der Region Cloppenburg (Barßel, Elisabethfeen) hat man die Litauenhilfe wieder aufgenommen.

Auch Nachhaltiges für die Zukunft
Gelegentlich geht es sogar um Zukunftsprojekte oder Vergangenheitsbewältigung - beides gleich wichtig. in Wittenberge machte man sich um alternative Energiegewinnung Gedanken, und in Westerstede befragten deutsche Gymnasiasten auch Litauer nach ihren Erfahrungen nach Ende des 2.Weltkriegs.

Und manchmal stecken hinter den Kooperationsprojekten und deutsch-litauischen Treffen auch Litauerinnen und Litauer, die in Deutschland leben. In Osnabrück wird eine Litauerin Preisträgerin im Bereich "Ankommen im Beruf". Und in Niederdorla in Thüringen, wo litauische Rezepte und Gerichte für den Ausruf sorgten "Essen wie Gott in Litauen!"

Also, liebe deutsche Presse: so "unbekannt" scheinbar Litauen ist, so viel näher rücken sich aber die Menschen anlässlich der Vielzahl von Begegnungen und Projekten der Zusammenarbeit. Zitiert sind hier nur ein paar "Lokalberichte" der vergangenen Wochen. In diesem Sinne kann Litauen vielleicht sogar unbekannt bleiben, den Abwesenheit aus den großen Schlagzeilen hat manchmal auch sein Gutes.

15 Februar 2010

Kinder, Kuchen und Bier: was Litauen-Blogs berichten

Waren Sie schon mal in Litauen? Im Urlaub, oder sogar für länger? Vielleicht ein Berufspraktikum, ein Studienjahr, ein Arbeitsaufenthalt, oder als freiwilliger Helfer in einem sozialen Projekt? 
Gut, dass es das Internet gibt. Auf der Suche nach persönlichen Erfahrungen und Berichten aus Litauen muss zumindest virtuell nicht lange gesucht werden. 

Von Trolleybussen, fettem Essen, und Männern in Jogginghosen
Da wäre zum Bespiel Lilli. Beschwerden hat sie wenige, aber wenn sie keine Fotos ins Netz stellt von ihren Aufenthalt in Kaunas, dann bekommt sie welche - schreibt sie zumindest. Das Ergebnis liest sich sehr anschaulich für alle, die auch einmal an Eindrücken aus dem litauischen Alltag interessiert sind. 9 Monate war die Österreicherin Lilli als freiwillige Mitarbeiterin in einem Kinderheim in Litauen: Trolleybus-Fahren lernen, Abenteur beim litauischen Friseur, und Essen "4mal so fett wie daheim". Sich nicht öffentlich zu schneuzen scheint in Litauen "out" zu sein,  Karaoke-singen dagegen um so populärer. Jungs laufen in Kaunas nur in Jogginghosen rum, die Madels alle ziemlich "aufgetusst" - aber beim KaunasJazz" kann man wunderbar abchillen. Die spontane Entscheidung, nach Litauen ("mein Litauen") zu gehen, hat Lilli jedenfalls nicht bereut.

Ständige Dröhnung
Männererlebnisse in Litauen sind da offenbar ganz anders. Schon nach wenigen Zeilen ist "Zulu", der ansonsten wenig Privates von sich preisgibt, "total voll" und macht sich lustig darüber, dass Litauer diesen Zustand offenbar ausnutzen und ihn um ein paar Litas anpumpen. "Ein Euro, scheißegal, ich lach' mich tot". Offenbar ist es also in Litauen lustig ("alles ist hier billiger außer Shampoo, Haargel"). Besoffene Litauer beobachten, diese mit dem Handy filmen und auslachen. Offenbar eine echt deutsche Freizeitbeschäftigung und der Beweis, dass nicht jeder Blog lustig zu lesen ist. "Zulu" kann hier nur ärgern, dass die Litauer immer im Basketball gewinnen. Was fehlt hier wohl dazu, für einen "geiler Typ" gehalten zu werden? Andere nennen sowas wohl eher ein "verwöhntes Muttersöhnchen", dem kein Essen schmeckt außer dem, wo er zeigen kann was er mit seinem mehr an Taschengeld sich alles leisten kann ("Bigmac Pommes Coke, also ein normales Menu").
Und es heisst ja immer, solche schönen Geschichten würden ja auch zukünftige Arbeitgeber lesen? Bei manchen Zitaten hier kommt mir der Wunsch auf, dass sie das wirklich tun (z.B. "alle in diesem bus scheinen deutsch zu sprechen außer monsieur busfahrer. der würde in deutschland höchstens als säufer durchkommen"). Kaum zu glauben, dass hier ein Student schreibt.

Viele Handys - und Laubharken als Volkssport
Wesentlich leichter lesbar, ansprechender aufgemacht ist da der Blog von Julia (Julibö), die  im Rahmen des Freiwilligendiensts in einem Kinderbetreuungszentrum in Elektrenai ("Elektro-City") mitarbeitet.
Ob deutsch-türkische Filme mit litauischen Untertiteln, Supermarktshoppen auch am Wochenende, oder litauischen Jugendliche die mehrere Handys besitzen - hier ist die eigene Haltung zum Geschehen klar nachvollziehbar, und wer etwas über Litauen erfahren möchte, wird nicht mit selbstsüchtigem Gesülze belästigt. Was ist neu in Litauen? Vielleicht Laubharken als Volkssport, Rollschuh-Clubs, Black-Taxis als Konkurrenz für Busse, oder der "Ballermann von Litauen"?  Da verlieren "Plattenbauten" ihren Schrecken, und "Maxima" wird zum "besten Freund" - aber Versuche, Kümmel aus dem litauischen Brot zu verbannen, bleiben allerdings nur vorübergehend erfolgreich.

Auch Katja arbeitet in Litauen mit Kindern, auch sie schreibt ausführlich darüber in ihrem Blog. Aber vor allem ist Katja auch eine "Kollegin" von Julia, und wer zuerst den einen Blog gelesen hat, kann danach ähnliche Dinge aus einer zweiten Perspektive kennenlernen.


Ich bin freiwillig hier ...
Eine etwas andere Perspektive bietet Uli (Uli Rohde),die offenbar teilweise in Deutschland (Hamburg) und teilweise in Litauen (Kaunas) lebt und seit 2007 von ihren Erfahrungen schreibt. Ausgangspunkt ist hier ein Auslandssemester (Studium). Uli genießt das Leben in Litauen bei Degtine, Theater, Gesang und Kepta Duona, und wer ihre Notizen liest, kann auch ein paar Schilderungen bzw. Erläuterungen dazu finden. Interessant zu lesen außerdem die kleine Distanzierung: "ich bin freiwillig hier, und habe nicht wie andere nur woanders keinen Platz mehr bekommen."
"Man gera cia (mir geht es gut hier)", schreibt Uli, "Hier ist fast alles schön und es gibt sogar Kuchen (siehe Photo) der einen anlacht, ganz im Gegensatz zu den Litauern auf der Straße." Es finden sich auch herrlich formulierte atmosphärische Eindrücke wie zum Beispiel diesen hier: "Bei dem ganzen Nippes, den die Litauer so auf ihren Schränken stehen haben, könnte man auch meinen, man sei auf einer Bad-Taste-Party eingeladen. Ach und die Litauer sind einfach herrlich unkompliziert. In der Küche standen große Plastikschüsseln, in denen man eben noch die Füße gebadet oder den Pansen für die Hunde gewaschen hat, um nun die Salatunmengen darin zu verarbeiten. Da läuft einem das Wasser doch im Munde zusammen."
Und Uli scheut sich auch nicht, mal ein paar Sätze aus der Sicht einer Frau loszulassen: "Aber schon krass diese Rollenverteilung hier in Litauen; die sind echt konservativ und ich habe es beinahe schon aufgegeben hier noch irgendetwas ändern zu können. Lieber fahre ich nach hause und erziehe meinen eigenen Mann. Das ist einfacher, als die Litauer zu bändigen." Obendrauf noch eine nette Sprachübung für Litauisch-Kundige, ebenfalls eine Fundsache aus Ulis Blog: ""Jei ne grybai ir ne uogas, dzuku mergos butu nuogas..." (kleiner Tipp noch nebenbei: Uli bietet in Hamburg an, privat Litauisch-Unterricht zu geben)

Aus litauischer Sicht
Erstaunlicherweise machen sich teilweise auch Litauerinnen die Mühe, auf Deutsch etwas von ihrem Land zu erzählen. Das ist mutig, denn die Gefahr besteht natürlich dass sich andere über nicht ganz 100%ige Deutschkenntnisse amüsieren. Agne bemüht sich vor allem, einige typische Kennzeichen ihres Landes vorzustellen: Basketball, die Hauptstadt Vilnius, Klaipeda, und die wichtigsten Tatsachen über Litauen. Ausbaufähig!

Etwas anders liest es sich schon, wenn (Deutsch-)Schüler/innen in Litauen aufgefordert werden, etwas über ihr Heimatland zu schreiben. "Fachbegleitender Deutschunterricht" nennt sich das denn, und hier ist es offenbar die (litauische) Deutschlehrerin, die Beiträge ihrer Schüler/innen in den Blog stellt. Da mag es helfen, wenn gleich mal ein Lebenslauf mit reingestellt wird - aber echte Meinungsäusserungen der eigentlichen Autor/innen sind dermaßen "beaufsichtigt" dann wohl eher nicht zu finden. Hier finden sich lediglich Aussagen wie "Mein Praktikum hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Es war sehr interessant," oder "Litauer sind freudliche Menschen". Na ja, die Frau Lehrerin wird's zufrieden sein.
Nachwuchsprobleme beim Blogschreiben über Litauen gibt es offenbar keine: gleich mehrere bereits eröffnete Blogs kündigen kurz bevorstehende Litauen-Aufenthalte an. Judith (Judyweiny), die - wie sie selbst schreibt - "ihre Lebensreise im Alter von 15 Jahren Jesus übergab", betreut als Coach die baltischen Staaten bei der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG), dies schließt auch gelegentliche Aufenthalte in Litauen ein.
Wie es sich anfühlt, kurz vor Start eines längeren Litauen-Aufenthalts, beschreibt Jonas, der seine Beiträge beim "Jugendnetz International" einstellt und auch schon aus England Beiträge geschrieben hat: "Ein Jahr Spaß haben, mitnehmen was geht, außer Aids und andere Dinge."

Die Blogs zum Nachlesen: 
Lilli
KatjaJulia - Zulu
Uli in Litauen   -  Agne's Blog "Gelb-grün-rot"
"Deutschlernende über Litauen"
Judyweiny - Jonas

07 Mai 2007

DGB: Vorbild Litauen?

Bei der Familienförderung lohne ein Blich nach Litauen - so äusserten sich kürzlich Vertreter/innen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) gegenüber der Nachrichtenagentur DPA (nachzulesen bei MV Regio).

Lisanne Straka vom DGB- Projekt Work-Life-Balance im Ostseeraum sagt es dort so: "In Litauen bekommen beispielsweise Eltern in der Elternzeit im ersten Lebensjahr ihres Kindes 85 Prozent ihres Lohnes weiter gezahlt, ab Mitte des Jahres soll dieses Elterngeld für das erste halbe Jahr sogar auf 100 Prozent angehoben werden."

Litauen sei stark von Auswanderung von Fachkräften betroffen, so hat es der DGB erkannt. Deshalb gäbe es auch Kündigungsschutz für Ehepaar bis zum 4.Lebensjahr ihres Kindes.