08 September 2006

Mulmig nach Litauen

Von Bretzenheim in Rheinland-Pfalz nach Kaunas in Litauen - aus deutscher Perspektive scheint dies immer noch eher eine Abenteuerreise zu sein. Die 19-jährige Karin Schewina will es ausprobieren, und hat sich dafür gleich erstmal die Unterstützung ihrer Heimatzeitung gesichert.

"Ein bischen mulmig ist mir schon," vertraute die Abiturientin der Allgemeinen Zeitung Bad Kreuznach an. Zehn Monate lang will Schewina im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes bei einer Einrichtung der Caritas in Kaunas Dienst tun. Das dortige "Haus der Generationen", 1996 gegründet,
besteht aus einer Kindertagesstätte, einem Frauenhaus und einem Wohnheim für ältere Menschen. Keine unbekannte Einrichtung in Litauen: Freiwillige sind dort häufiger eingesetzt, Arbeitspläne können Interessierte bereits im Internet einsehen. "Unsere Organisation ist offen für alle, die Kinder lieben und gerne auch mit älteren Menschen arbeiten," so die Betreiber.

Wer im Rahmen des EU-Förderprogramms "Jugend" an Austauschmaßnahmen teilnimmt, hat offensichtlich eine große Zahl sehr verschiedenartiger Projekte zur Auswahl - so weist es auch die Projektliste 2005-2006 aus. Aber Litauen? In der Umgebung ihres Heimatortes wohl doch ein so ungewöhnlicher Arbeitsort, dass Karin Schewina eine Kolumne in ihrer Heimatzeitung angeboten bekam. "Litauisch ist eine alte Sprache, ist komplex aufgebaut und klingt für deutsche Ohren ziemlich fremd," ist da am 7.9. zu lesen. Der Herbst in Litauen wird dort als "kühl und regnerisch" vorhergesagt, und für den Winter Temperaturen von bis zu minus 25 Grad angedroht.

Vielleicht sollte Karina sich ja mal die Bloggerseite des Holländers Richt Benedictus anschauen, der 2005 in Kaunas war, offensichtlich auch bei derselben Einrichtung.
Jedenfalls dürfen wir gespannt sein, was demnächst noch alles so aus Kaunas an Berichten geschrieben wird ...
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