03 Dezember 2011

Traurige Tendenzen

Eher traurige Geschichten sind derzeit rund um litauische Straßenmusiker in Deutschland zu erzählen. Straßenmusiker aus Litauen? Vielleicht kaum jemandem bisher groß aufgefallen: Litauisch werden sie kaum singen am Straßenrand.

Drei Jugendliche, 16 und 17 Jahre alt, stehen derzeit in Wiesbaden vor Gericht. Kestutis Vaicackas war mit seiner Gitarre häufig in Wiesbaden zu sehen gewesen. Warum die Jugendlichen ihn an diesem Abend so schwer mit Tritten und Schlägen malträtierten, dass er noch an Ort und Stelle starb, blieb auch im Prozeß bisher unklar. Es gab öffentliche Trauerveranstaltungen, Solidaritätsadressen auf einschlägigen Internetseiten (Forum Straßenmusik, Baffy Skorpion), ein virtuelles Kondolenzbuch. Währenddessen brüsteten sich die Täter sogar offen mit ihre Tat - und randalierten sogar noch nach der Festnahme in der Haftanstalt (FR-online).
Jetzt sorgt ein ähnlicher Fall in Hameln für Aufsehen. Erst vor wenigen Tagen war es wieder ein litauischer Straßenmusikant, der schwer verletzt aufgefunden wird (siehe Bericht DeWeZet). Sind die Verhältnisse so brutal auf deutschen Straßen? Was ist da los?
Teilweise merkwürdige Diskussionen finden sich zu beiden Taten im Internet. Im Fall von Hameln sollen (laut Hamburger Abendblatt) die Täter mit dem Opfer vor der Tat Russisch gesprochen haben, und im Fall von Wiesbaden wird da plötzlich wichtig, ob die Täter einen türkischen oder deutschen Hintergrund haben. Hoffentlich will sich da keiner auf Kosten anderer reinwaschen. Mahnende Zeichen, und ein Aufruf zu mehr Mitmenschlichkeit, Aufmerksamkeit und Zivilcourage.
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