16 September 2005

Kampfjet-Absturz: Diplomatisches Gerangel

Wird der Absturz des offensichtlich orientierungslosen russischen Kampfflugzeugs in Litauen nach zum diplomatischen Skandal?
Während auch am Tag nach dem Absturz sich deutsche Medien (bis auf zwei Meldungen von NTV) komplett in Schweigen hüllen, bezeichnet die von dem deutschen Journalisten Gisbert Mrozek geführte russische Agentur RUFO (Russland-Forum) inzwischen von einem "Skandal".

(Quelle für Foto rechts: RUFO)

Erstaunliche Details
Gleichzeitig wartete RUFO mit erstaunlichen Details bezüglich des genauen Unfallhergangs auf:
Pilot Major Trojanow sei aus Richtung Ostsee zum Festland in Richtung Kaliningrad geflogen, und habe einige Runden über dem "unbekannten Gebiet" geflogen, um "das Kerosin zu verbrennen" (um größeren Schaden beim Absturz zu vermeiden?). Dann habe er sich per Schleudersitz aus dem Cockpit katapultiert. Das Flugzeug ging auf einem Feld zu Boden, er selbst landete einige Minuten später per Fallschirm. RUFO meint zu wissen, der Pilot habe sich dann per Handy mit seinen Vorgesetzten in Verbindung gesetzt, um diese von dem Unfall in Kenntnis zu setzen - bevor ihn die litauische Polizei festnahm.

Auch RUFO meldet, das Pilot und vor allem der Flugschreiber der Unglücksmaschine solange in Litauen verbleiben sollen, bis die genauen Umstände des Unfallhergangs geklärt seien. Die Agentur bringt aber eine neue Absturzursache ins Spiel, die angeblich von Seiten des russischen Militärs angeführt würde: extrem starke Sonnenwinde in den letzten Tagen seien für die Technikprobleme verantwortlich. Nur so sei zu erklären, dass die vierfach abgesicherten Navigationsgeräte versagten.

Iwanow bietet 3000 Dollar
Der russische Verteidigungsminister Sergej Ivanov versprach der Agentur RUFO zufolge den Litauern bereits Schadenersatz in Höhe von 3.000 USD (2.500 Euro) für das zerstörte Feld zu zahlen. Im Gegenzug fordert er den Piloten und die Black Box mit der Freund-Feind-Kennung zurück.
Auch RUFO schlußfolgert: Noch hat Litauen das Angebot nicht angenommen. Sollte das NATO-Mitglied, den Freund-Feind-Code der Black Box knacken, wäre dies für die russische Luftabwehr eine potentielle Gefahr.
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