14 November 2005

Ökolandbau in Litauen: Zielmarke 5%

Neuer Situationsbericht 2005
Mit ihrem neuen Informationsbrief Nr.5/2005 des "Internationalen Zentrums für den ökologischen Landbau Mittel- und Osteuropas e.V" (EkoConnect) mit Sitz in Leipzig wird auch eine Beschreibung der Lage des Ökolandbaus in Litauen vorgelegt.
EkoConnect ist eine gemeinnützige Nonprofit-Organisation und steht für den Austausch von Informationen, Wissen und Erfahrungen sowie für die Begegnung zwischen Menschen und ihren Organisationen in West- und Osteuropa auf dem Gebiet des ökologischen Landbaus.
EkoConnect ist Mitglied der "International Federation of Organic Agriculture Movements" (IFOAM)

Viele Landwirte, wenige Ökos
Entgegen den wohlwollenden Idealisten, die Litauen schon Anfang der 90er Jahre als "ideal für den Ökolandbau" beschreiben wollten ("die kleinen Bauern haben ja kein Geld für Giftspritzen, also wird doch alles sehr ökologisch erzeugt"), liegt 2005 die Zahl der Ökobetriebe immer noch bei nur 2%. In ganz Litauen gibt es bei 3,4 Millionen Einwohnern noch 240.000 landwirtschaftliche Betriebe. Darunter seien auch noch viele Betriebe mit ein bis vier Kühen, die Milch von Hand melken und dann in den nächst größeren Ort bringen würden, so EkoConnect. Das litauische Landwirtschaftsministerium habe im Rahmen eines Entwicklungsplans bis 2006 die Erhöhung des Ökoanteils an der landwirtschaftlichen Nutzfläche auf 5% angepeilt.

Ökobetriebe größer als Konventionelle
Die Durchschnittsgröße aller landwirtschaftlichen Betriebe Litauens liege bei nur 6 ha, so zeigt EkoConnect auf. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche sei in Litauen innerhalb des letzten Jahres um 27.434 ha gestiegen und liege zurzeit bei 70.389 ha (2004: 42.955 ha, 2003:23.289 ha - Zahlen EkoConnect)). Diese Fläche wird heute von 1.807 Betrieben bewirtschaftet, das entspricht einer Durchschnittsgröße von knapp 39 ha - mehr als fünf mal so groß wie der Durchschnitt der Konentionellen. Der größte Bio-Betrieb habe, dem Bericht von EkoConnect zufolge, eine Fläche von etwa 700 ha. Während 1997 nur 106 Betriebe ökologisch wirtschafteten, waren es 2003 700 und 2004 bereits 1.178. Besonders stark angestiegen ist die Betriebszahl zwischen 2002 und 2005, hier gab es ein Wachstum der Betriebsanzahl von knapp 60 % pro Jahr.

Hilfe bei der Umstellung
Zur Unterstützung der Umstellung auf Ökolandbau gibt es in Litauen ein Beratungsprogramm der TATULA-Stiftung. Dort gibt es umwelttechnische Beratung und Hilfe bei der Vermarktung von Bioprodukten. TATULA hat in der Zeit von 1993 – 1997 zinslose Darlehen an
umstellungsinteressierte Betriebe vergeben, so berichtet EkoConnect. Seit 1997 fördert ausserdem die litauische Regierung per Gesetz den Ökolandbau durch Direktzahlungen an Biobauern.

Vermarktung muss weiterentwickelt werden
Einheimische Bio-Produkte (meist Gemüse, Brot, Honig, Kräuter) werden zusammen mit einer breiteren Palette ausländischer Bioprodukte größtenteils über die Supermarktfilialen der Ketten „IKI“ und „MAXIMA“ im ganzen Land vermarktet, so berichtet EkoConnect. Es existieren auch noch eine Reihe von Tatulos Spezialläden im Norden Litauens.
Einige größere Betriebe produzieren auch für den Export nach West-Europa z. B. Rindfleisch für
Italien. Die Nachfrage nach einer größeren Bio- Produktpalette ist vorhanden. Bedarf herrsche vor allem nach Bio Weizen von guter Qualität, Obst und Gemüse.
Der Bericht "Ökolandbau in Litauen" ist erhältlich bei:
EkoConnect - Internationales Zentrum für den ökologischen Landbau Mittel- und Osteuropas e.V.
Arndtstraße 11, D-01099 Dresden, Tel. 0351-2066172; Fax: 0351- 2066174.
E-Mail: info@ekoconnect.org Internet: www.ekoconnect.org

Kommentar veröffentlichen